Bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. wurde die Akupunktur in China praktiziert. Damals wurden Nadeln aus Stein und Knochen verwendet. Der Wirkungsmechanismus dieser traditionsreichen Behandlungsmethode basiert auf der Überlegung, dass „Energieflüsse“ im Körper über bestimmte Punkte verlaufen, die auf Bahnen liegen, den so genannten Meridianen. Verschiedene Faktoren können den Energiefluss blockieren, so dass Krankheiten oder Schmerzen entstehen. Durch das Setzen feiner Nadeln an genau bestimmten Punkten auf den Meridianen wird der Energiefluss verbessert. Durch die stimulierende Moxa-Therapie kann Energie zugeführt werden. Die Beschwerden verschwinden dann zum Teil oder ganz.
 
Vielseitig in der Anwendung
Als Ergänzung zur Schulmedizin hat die moderne Medizin die Akupunktur für viele medizinische Fachbereiche entdeckt. Zu den Behandlungsfeldern gehören z. B. Schlafstörungen, Suchtbehandlungen wie Raucherentwöhnung, Unterbauchschmerzen, Allergien, Neurodermitis, chronischer Schnupfen, Bronchialasthma, akute Bronchitis und Zahnschmerzen.
Schmerztherapie in der Orthopädie
In der Schmerztherapie hat sich die Akupunktur besonders bewährt. Anfänglich sind die Behandlungen in kürzeren Abständen erforderlich, bei chronischen Schmerzen können Wiederholungsbehandlungen über einen langen Zeitraum sinnvoll und hilfreich sein. Schmerzhafte Blockaden, die durch Verspannungen oder Überlastung entstehen, können mit Hilfe der Akupunkturnadeln gelöst werden. Bei vielen Patienten werden sowohl akute als auch chronische Schmerzen auf diese Weise reduziert oder vollständig beseitigt.
Häufige Anwendungsgebiete in der Orthopädie sind akute und chronische Rückenschmerzen, Kniegelenksschmerzen, Hüftgelenksschmerzen, Tennis- und Golfer-Ellenbogen, Schultergelenkerkrankungen, Kopf- und Nackenschmerzen sowie rheumatische Beschwerden.

3 Fragen, 3 Antworten

1. Ist Akupunktur eine Kassenleistung?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen einmal im Jahr die Kosten für 10 bis maximal 15 Therapien zur Behandlung von schmerzhafter Arthrose des Kniegelenks oder zur Behandlung des tiefsitzenden Rückenschmerzen. Alle anderen Therapien im Rahmen der Akupunktur oder traditionellen chinesischen Therapie sind bei gesetzlich Versicherten den Patienten zu tragenden Eiegenleistungen. Bei den Privatversicherten hängt die Kostenübernahme von der jeweils abgeschlossenen Versicherung ab, in der Regel werden sämtliche Behandlungen vollständig übernommen.

 

2. Wie viele Sitzungen sind erforderlich?
Bei akuten Erkrankungen mehrere Sitzungen in kurzer Zeit; bei chronischen Erkrankungen oft mehr als 20 oder 30 Sitzungen. Eine Sitzung dauert 20 bis über 30 Minuten, während dieser Zeit verbleiben die Nadeln in den Akupunkturpunkten.

 

3. Macht die Therapie dauerhaft schmerzfrei?
Die Schmerzen können durch eine Therapie von mehreren Sitzungen dauerhaft beseitigt werden. Bei den meisten Patienten hören die Schmerzen nicht schlagartig auf, sondern werden mit jeder Behandlung weniger. Bei manchen Patienten mit bereits sehr langen Schmerzverläufen empfiehlt sich die Wiederholung der Therapie in größeren zeitlichen Abständen.

Frau Petra Schlesinger, praktische Ärztin, ist auf Akupunktur spezialisiert und führt u.a. diese Therapien in der Praxis durch.

Petra Schlesinger:
Jede Therapie sollte für den Patienten möglichst unkompliziert und frei von Belastungen sein. Um dies zu erreichen, ist eine ganzheitliche Betrachtung des Krankengeschehens unabdingbar.

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