Extrakorporale Stoßwellen sind hochenergetische Schallwellen, die von einem medizinischen Gerät erzeugt werden und schmerzarm in den Körper gelangen. In der Inneren Medizin werden sie genutzt, um z. B. Nieren- oder Harnsteine ohne Operation zu beseitigen.
 
In der Orthopädie und Schmerztherapie wird die Extrakorporale Stoßwellen- Therapie (ESWT) angewandt, um Erkrankungen an Muskeln, Sehnen, Gelenken und Knochen zu behandeln. Zu den häufigsten Erkrankungen, die mit der ESWT behandelt werden, gehören:
 
● Tennis- und Golfer-Ellenbogen
Die chronischen Reizungen am seitlichen oder inneren Ellenbogen entstehen häufig durch Überlastung von Muskeln und Sehnen. Sie führen zu Schmerzen beim Anheben und Tragen.
 
● Chronische Schulterschmerzen
Sobald Reizungen des Schultergelenkes entstanden sind, können Verschleißerscheinungen, Kalkablagerungen und Entzündungen die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verschlimmern.
● Plantarer Fersensporn
Die Fersenreizung führt zu starken Schmerzen beim Gehen, die oft nicht durch geeignetes Schuhwerk, Einlagen oder Einspritzungen gelindert werden können.
 
● Gelenkverschleiß (Arthrosen)
Starke Arthroseschmerzen an Fingern, Hüfte,  Knien und anderen Gelenken können meist nicht mehr mit Medikamenten oder physikalischen Maßnahmen gelindert werden. Für Herzkranke kann eine Operation zu riskant sein.
 
● Pseudarthrosen
Von Pseudarthrosen spricht man, wenn Knochenbrüche oder operative Durchtrennungen nach sechs Monaten nicht oder nicht ausreichend verheilt sind.
 
Die genannten Erkrankungen werden oft über einen langen Zeitraum mit verschiedenen Therapien oder Medikamenten behandelt, ohne dass eine Besserung eintritt. Die ESWT kann Linderung verschaffen oder die Beschwerden sogar völlig beseitigen.
3 Fragen, 3 Antworten
1. Übernimmt die Versicherung die Kosten für die ESWT?
Die meisten privaten Krankenkassen und Berufsgenossenschaften übernehmen die Kosten von €200 - €300 pro Therapiesitzung auf Antrag, wenn die bisherige Behandlung mit anderen Therapien erfolglos war. Die gesetzlichen Kassen erstatten die Kosten zurzeit nur selten.
 
2. Wie lange dauert die Therapie?
In der Regel wird eine Therapie pro
Woche über 3-6 Wochen durchgeführt, abhängig davon, wie lange die Schmerzen schon bestehen und wie schnell der Patient auf die Behandlung anspricht.
3. Welche Risiken und  Nebenwirkungen gibt es?
Die ESWT ist in der Regel frei von Nebenwirkungen. Gute und sehr gute Ergebnisse werden jedoch nur bei ca. 80% der Patienten erreicht.
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Orthopädie